An diesem besonderen Lernort wird die Welt der Bibel auf eindrucksvolle Weise lebendig. Statt Geschichte nur aus Büchern oder Erzählungen kennenzulernen, konnten die Schülerinnen und Schüler den Alltag der Menschen zur Zeit Jesu mit allen Sinnen erleben und selbst aktiv werden.
Zu Beginn nahmen wir in einem Nomadenzelt Platz. Dort erfuhren wir, wie Nomaden in der Wüste lebten und warum der Eingang ihres Zeltes je nach Wind- und Sandsturmrichtung bewusst auf einer bestimmten Seite angelegt wurde.
Anschließend war Muskelkraft gefragt. Mit historischen Steinmühlen mahlten wir Getreide zu Mehl. Erstaunlich schnell stellte die Klasse 6b gemeinsam fast ein halbes Kilo Mehl her und bekam so einen Eindruck davon, wie aufwendig die tägliche Brotversorgung damals war und wie wertvoll diese Tätigkeiten auch noch heute sind.
Ein weiteres Highlight war das große dreidimensionale Landschaftsmodell des Heiligen Landes. Anhand einer 3D-Darstellung konnten wir wichtige Orte und Landschaften der Bibel, wie Jerusalem, Galiläa oder das Tote Meer, räumlich einordnen und viele biblische Erzählungen besser nachvollziehen.
Nach den ersten spannenden Eindrücken stärkten wir uns mit Fladenbrot, Wasser und einem Dip, eine einfache Mahlzeit, wie sie auch zur Zeit Jesu typisch gewesen sein könnte.
Gut gestärkt ging es weiter zu den Römern. Dort bestaunten wir verschiedene Rüstungen und erfuhren viel Wissenswertes über das Leben römischer Soldaten. Besonders spannend fanden wir die alltagsnahen Erklärungen dazu, wie Soldaten selbst in voller Rüstung ihren Alltag bewältigten.
Im Anschluss besuchten wir ein rekonstruiertes Einraumhaus aus der Zeit Jesu. Dort bekamen wir einen anschaulichen Eindruck davon, wie Familien damals lebten, arbeiteten und gemeinsam ihren Alltag verbrachten.
An verschiedenen Handwerksstationen durften wir anschließend selbst mit anpacken. In der Zimmerei fertigten wir einen eigenen Hammer an, in der Seilerei stellten wir ein Seil her und in der Kräuterküche mischten wir mit einem Mörser unser eigenes Kräutersalz aus sechs verschiedenen Kräutern.
Ein weiterer interessanter Programmpunkt war die Besichtigung eines ausgegrabenen Hausgrundrisses. Dort erfuhren wir, wie Häuser damals gebaut wurden und woher unser heutiger Begriff „Stockwerk“ stammt: Nachdem der erste Wohnbereich errichtet war, wurde darüber ein weiterer „Stock“ aus Holzbalken gesetzt, so entstand das nächste Stockwerk. Außerdem lernten wir, warum sich die Toiletten damals direkt neben dem Hauseingang befanden, eine Bauweise, die bis heute noch oft anzutreffen ist.
Den Abschluss bildete der Besuch der nachgebauten Synagoge. Dort erhielten wir spannende Einblicke in das jüdische Glaubensleben und erfuhren mehr über die Bedeutung der Synagoge als Ort des Gebets, des Lernens, des Erwachsenwerdens und der Gemeinschaft.
Der Ausflug ins Bibeldorf Rietberg war für den 6. Jahrgang ein rundum gelungener Tag. Durch das eigene Ausprobieren, Entdecken und Probieren wurde Geschichte lebendig und greifbar. Mit vielen neuen Eindrücken, selbst hergestellten Erinnerungsstücken und spannenden Erlebnissen traten wir die Heimreise an. Dies wird ein Ausflug sein, der allen noch lange in Erinnerung bleiben wird.
ext: Franziska Tölle / Fotos: Matthias Bergmann und Franziska Tölle