Berufsorientierung

Im Rahmen der beruflichen Orientierung möchten wir unsere Schülerinnen und Schüler befähigen, fundierte eigene Entscheidungen im Hinblick auf den Übergang ins Erwerbsleben vorzubereiten und selbstverantwortlich zu treffen.

Konzept zur beruflichen Orientierung

Die Studien- und Berufsorientierung an der Privaten Realschule St. Michael ist ein verbindlicher Bestandteil des schulischen Bildungs- und Erziehungsauftrags. Sie unterstützt die Schülerinnen und Schüler dabei, ihre individuellen Begabungen, Interessen und Potenziale zu erkennen, verantwortungsbewusste Entscheidungen reflektiert zu treffen und ihren weiteren Bildungs- und Berufsweg selbstbestimmt zu gestalten.

Dieses Konzept ist eingebettet in das Leitbild der katholischen Schulen in Trägerschaft des Erzbistums Paderborn. Es orientiert sich am christlichen Menschenbild, nach dem jeder Mensch als Ebenbild Gottes eine unveräußerliche Würde besitzt und zur Entfaltung seiner Persönlichkeit befähigt werden soll. Berufsorientierung verstehen wir daher nicht nur als Vorbereitung auf eine schulische oder duale Ausbildung oder ein Studium, sondern als ganzheitlichen Prozess der Persönlichkeitsentwicklung und Berufungsfindung.

Zugleich erfüllt die Schule mit diesem Konzept ihren gesetzlichen Auftrag gemäß dem Schulgesetz NRW, insbesondere

  • § 1 SchulG NRW (Recht auf Bildung und Erziehung),
  • § 2 SchulG NRW (Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule),
  • § 33 SchulG NRW (Zusammenarbeit von Schule und Eltern) sowie
  • § 42 SchulG NRW (Berufsorientierung).

 

Die berufliche Orientierung an der Realschule St. Michael greift zentrale Leitgedanken des katholischen Schulprofils auf:

  • Menschen als Ebenbild Gottes: Alle Schülerinnen und Schüler verfügen über individuelle Fähigkeiten und Entwicklungspotenziale. Die berufliche Orientierung setzt hier an, indem sie stärkenorientiert arbeitet und Vielfalt als Chance begreift.
  • Zum Guten befähigen: Die berufliche Orientierung ermutigt junge Menschen, Verantwortung für sich selbst, für andere und für die Gesellschaft zu übernehmen. Praktika und Projekte fördern Solidarität, Gemeinsinn und Verantwortungsbewusstsein.
  • Im Dialog leben: Der Austausch mit Eltern, Betrieben, Institutionen, Unternehmen, Berufskollegs, der Agentur für Arbeit sowie weiteren Kooperationspartnern ist ein wesentlicher Bestandteil der beruflichen Orientierung.
  • Bezug zur Welt und Arbeitswelt: Schülerinnen und Schüler setzen sich mit der sich stetig wandelnden Arbeitswelt auseinander und reflektieren berufliche Perspektiven, auch im Licht christlicher Werte wie Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und Gemeinwohl.

Damit trägt die berufliche Orientierung zur Verwirklichung des ganzheitlichen Bildungsansatzes der katholischen Schule bei und unterstützt die Schülerinnen und Schüler auf ihrem Weg zu einer verantwortungsvollen Lebens- und Berufsentscheidung.

Die enge Zusammenarbeit mit Eltern und Erziehungsberechtigten ist ein zentrales Element der beruflichen Orientierung (§ 33 SchulG NRW). Eltern werden regelmäßig durch Informationsveranstaltungen in allen Jahrgangsstufen oder in Beratungsgesprächen durch die Arbeitsagentur oder durch die Schule mit einbezogen und als wichtige und aktive Partner im Berufswahlprozess ihrer Kinder verstanden.

Darüber hinaus arbeitet die Schule mit externen Partnern zusammen, insbesondere:

  • der Agentur für Arbeit,
  • regionalen Betrieben und Institutionen,
  • Berufskollegs und Gymnasien,
  • Kooperationspartnern im Rahmen von KAoA.

Diese Vernetzung unterstützt die Schülerinnen und Schüler dabei, realistische Einblicke in die Arbeitswelt zu gewinnen und unterschiedliche Bildungswege kennenzulernen.

Die berufliche Orientierung folgt den Vorgaben der Landesinitiative „Kein Abschluss ohne Anschluss“ (KAoA) und ist jahrgangsstufenspezifisch aufgebaut:

Jahrgangsstufe 7

  • Informationsveranstaltung als Einstieg in die berufliche Orientierung zu Beginn des Schuljahres für Eltern und Erziehungsberechtigte
  • Teilnahme am Girls’ Day / Boys’ Day (Zukunftstag)

Jahrgangsstufe 8

  • Informationsveranstaltung für Eltern und Erziehungsberechtigte zu Beginn des Schuljahres in Verbindung mit der Vorstellung des Trägers des Einstiegsinstrumentes (ESI)
  • Einführung und Arbeit mit dem Berufswahlpass NRW
  • Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung des Einstiegsinstrumentes
  • Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung der 3 Berufsfelderkundungstage (BFE)

Jahrgangsstufe 9

  • Informationsveranstaltung für Eltern und Erziehungsberechtigte mit Vorstellung des hiesigen SchuBS-Projekts („Schule und Betrieb am Samstag“)
  • Vertiefende Arbeit mit dem Berufswahlpass
  • Vor- und Nachbereitung des dreiwöchigen Betriebspraktikums
  • Bewerbungstraining durch die Agentur für Arbeit und durch das Erzbistum Paderborn
  • Besuch der hiesigen Ausbildungsmesse „Connect“
  • Freiwillige Teilnahme am SchuBS-Projekt

Jahrgangsstufe 10

  • Informationsveranstaltung zu schulischen Ausbildungsgängen an Berufskollegs
  • Information zum Besuch der gymnasialen Oberstufe an diversen Gymnasien
  • Begleitung des zentralen Schüleranmeldeverfahrens
  • Besuch der hiesigen Ausbildungsmesse „Connect“
  • Teilnahme an Tagen der offenen Tür von Gymnasien und Berufskollegs

Darüber hinaus bietet die Realschule St. Michael im Sinne der individuellen Unterstützung kontinuierliche angelegte Beratungsformen an. Grundsätzlich besteht zweimal im Monat die Möglichkeit, ein persönliches Beratungsgespräch mit Frau Hösel von der Agentur für Arbeit in den Räumlichkeiten der Schule zu führen. Die individuelle Terminabsprache erfolgt direkt zwischen Frau Hösel und den einzelnen Schülerinnen und Schülern. Ein Gesprächstermin ist sowohl innerhalb als auch außerhalb der Schulzeit, so dass ggf. auch Eltern teilnehmen können, möglich. Ebenso kann jederzeit ein Beratungsgespräch mit Frau Flottmeier, der Studien- und Berufswahlkoordinatorin der Realschule St. Michael, vereinbart werden.

Zudem wird ein enger Austausch der Studien- und Berufswahlkoordination mit den Klassenleitungen der Jahrgänge 8-10 fokussiert, um einen transparenten Informationsfluss im Sinne der vielfältigen Beratungsangebote zu sichern. Im Stundenplan werden die AST1-Stunden genutzt, um Informationen im Unterricht zu verankern und Inhalte vorzustellen oder Veranstaltungen zu reflektieren.

Die Realschule St. Michael unterstützt ausdrücklich freiwillige Praktika in der unterrichtsfreien Zeit. Diese erweitern die Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler und fördern Eigeninitiative sowie Verantwortungsbereitschaft.

Aktuelle Informationsmaterialien, Formulare, Ausbildungsplatzangebote und Hinweise auf Berufsmessen werden entsprechend des Schuljahresverlaufs sowohl analog über das BO-Informationsboard im B-Gebäue als auch digital per Mail oder im Schulportal des Erzbistums Paderborn jahrgangsbezogen sowohl den Schülerinnen und Schülern, aber auch den Eltern zur Verfügung gestellt. Dies stärkt die Fähigkeit der Jugendlichen, ihre Berufsentscheidung reflektiert, selbstständig und verantwortungsbewusst zu treffen, aber nimmt auch die Eltern mit in den Prozess mit auf.

Die Koordination der Beruflichen Orientierung liegt bei der Kollegin/ dem Kollegen der Studien- und Berufswahlkoordination, aktuell bei Frau Flottmeier. Die Umsetzung erfolgt als gemeinschaftliche Aufgabe aller Lehrkräfte, im Sinne der Erziehungsgemeinschaft von Schule, Elternhaus und außerschulischen Partnern (§ 2 und § 42 SchulG NRW).

Dieses Konzept versteht sich ausdrücklich nicht als starres Instrument, sondern als dynamischer Entwicklungsprozess. Es wird regelmäßig evaluiert, an neue gesellschaftliche, wirtschaftliche und schulische Rahmenbedingungen angepasst und gemeinsam mit allen Beteiligten weiterentwickelt. Rückmeldungen von Schülerinnen und Schülern, Eltern, Betrieben sowie außerschulischen Partnern fließen dabei kontinuierlich in die Fortschreibung und Optimierung des Konzepts ein.

Zwei zentralen Entwicklungsvorhaben stehen im Fokus:

  1. Die Planung und Implementierung eines verbindlichen zweiwöchigen Sozialpraktikums im Jahrgang 10. Entsprechend des Leitbilds katholischer Schulen des Erzbistums Paderborn sollen die Schülerinnen und Schüler an aktiv gelebte Solidarität und Mitmenschlichkeit herangeführt werden. Sie sollen dabei gezielt soziale Berufsfelder kennenlernen und ihre persönlichen Stärken im Dienst am Mitmenschen erproben. Die Vor- und Nachbereitung finden im Unterricht statt.
  2. Darüber hinaus soll das Erzbistum Paderborn künftig stärker als vielfältiger, moderner und attraktiver kirchlicher Arbeitgeber in den Fokus der beruflichen Orientierung rücken und so dem Punkt 1.8 des Leitbildes gerecht werden. Die örtliche Nähe der Realschule St. Michael zum Erzbischöflichen Generalvikariat stellt dabei einen nicht zu unterschätzenden Standortvorteil dar. Durch gezielte Informationsangebote, Begegnungen mit Mitarbeitenden sowie mögliche Praktikums- und Kooperationsformate sollen die zahlreichen beruflichen Perspektiven innerhalb des Erzbistums – sowohl im pädagogischen, sozialen, berufungspastoralen, handwerklichen als auch verwaltenden und kaufmännischen Bereich – sichtbarer gemacht werden.

Auf diese Weise wird die berufliche Orientierung an der Realschule St. Michael weiter geschärft und zugleich das katholische Profil der Schule nachhaltig gestärkt.

Jahresplanung: Berufliche Orientierung

© S. Flottmeier
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